Trotz starker Leistung bei den Deutschen Meisterschaften 2009 blieb unser Jugendteam im Fritz-Grunebaum-Sportpark sieglos.

Dass es nicht leicht werden würde, bei der U16 DM zu bestehen, war allen Handschuhsheimer Beteiligten schon vor Turnierbeginn klar. Schlechte Trainingsbeteiligung und diverse Ausfälle schwächten den zur Verfügung stehenden Kader mehr, als es dem Trainergespann lieb sein konnte. Trotzdem ging man mit dem Vorhaben, sich so teuer wie möglich zu verkaufen, an den Start.

In der ersten Begegnung hatten es unsere Junglöwen mit dem Hessenmeister SC 80 Frankfurt zu tun. Bis dato hatte man gegen die schwarz-roten vom Main noch nicht gespielt und es war schwer, diesen Gegner im Vorfeld einzuschätzen. Hinzu kam, dass die Trainer ausfallbedingt die 3/4-Reihe im Training auf mehreren Positionen umstellen mussten. Davon unbeeindruckt legten die Löwen gleich los wie die Feuerwehr und erzielten den ersten Versuch bevor die Frankfurter Multikultitruppe richtig auf dem Platz war. Leider verlor sich der Schwung im Löwenspiel und die Hessen konnten bis zur Pause auf 17:5 davon ziehen. Unter Druck zeigte die neu formierte Hintermannschaft mehr und mehr Schwächen, was der Gegener knallhart zu nutzen wusste. Da unsere Buben auch im zweiten Abschnitt keine ausreichenden Mittel gegen ihre stark spielenden Widersacher fanden, kam 80 noch zu zwei weiteren Versuchen zum verdienten 31:5 Endstand.

Diesen ersten Tiefschlag galt es zu verdauen, bevor es gegen den designierten deutschen Meister von der RGH ging. Auch hier erwischte unsere Mannschaft einen Traumstart und ging durch einen erhöhten Versuch mit 7:0 in Front. Doch die Sorgenfalten der RGH-Anhänger verflogen bereits im Gegenzug, als die Orangenen direkt den Ausgleich schafften. Danach sah es bis Mitte der zweiten Hälfte bei einem Zwischenstand von 7:29 nach einem Debakel aus Hendsemer Sicht aus. Doch die Löwen kämpften sich ins Spiel zurück und wurden mit einem weiteren erhöhten Versuch zum 14:29 belohnt. Zu mehr reichte es aber leider nicht mehr und die RGH brachte den Sieg verdient mit 14:41 nach Hause. Leider verletzte sich unser Innen Wasi kurz vor Schluss bei einem Tackle so schwer, dass er der Mannschaft am zweiten Turniertag nicht mehr zur Verfügung stehen konnte. Wenn man kein Glück hat, kommt halt oft auch noch Pech dazu! Gute Besserung Wasi!!!

Am Sonntag Morgen sollte nun gegen den Berliner RC der erste Löwensieg her. Unsere Jugend begann druckvoll aber im entscheidenden Moment dann doch zu undiszipliniert. Den möglichen ersten Versuch in der 5. Spielminute vereitelte ein unnötiges Bodenspiel kurz vor der Berliner Mallinie. Dadurch scheinbar beeindruckt verlor unsere Mannschaft im Anschluss gänzlich den Faden und hatte Glück, dass die folgenden 15 Minuten Verteidigungsarbeit bis zum Halbzeitpfiff dem BRC nichts zählbares einbrachte. Entsprechend laut wurden die Löwentrainer in der Pause und scheinbar wiedererwacht schafften unsere Jungs per Straftritt auch die 3:0 Führung. Leider hielt diese nicht wirklich lange. Ein Befreiungskick nahe der Handschuhsheimer Mallinie wurde vom Berliner Stürmer niedergeschlagen. Dieser konnte sich anschließend im Malfeld auf den Ball werfen – 3:5 für Berlin! Jetzt zeigten die Löwen richtig Biss. Vehement wurden die Hauptstädter in die Defensive gedrängt und folgerichtig per Versuch das Ergebnis auf 8:5 aus Löwensicht gedreht. Vorm Abpfiff zeigte der Schiedsrichter noch drei Minuten Nachspielzeit an. Statt das Spiel jetzt zu beruhigen und den Sieg nach Hause zu bringen, wurde das TSV-Spiel immer hektischer. Trotzdem konnten Gegenpunkte verhindert werden und als der Referee vor einem Berliner Gedränge an der Hendsemer 22m-Linie „Letzte Aktion!“ ansagte, sah man sich wohl bereits als Sieger. Leider konnte der Berliner Verbinder in einem letzten Alles-oder-Nichts-Angriff von vier Verteidigern nicht gestoppt werden und tankte sich bis ins Malfeld durch. 8:10, Erhöhung vorbei und Schlusspfiff – sch…!

Trotz dieser unglücklichen Niederlage rafften sich unsere Junglöwen im letzten Turnierspiel gegen den Niedersachsenmeister von Hannover 78 nochmals auf, um wenigstens ein Spiel erfolgreich zu gestalten. Die Norddeutschen erwiesen sich jedoch zu diesem Zeitpunkt als zu stark für unsere angeknockte Truppe. Starker Kampf konnte ein 3:29 (3:17) im letzten Spiel nicht verhindern.

Bliebe als Fazit: „Außer Spesen nichts gewesen.“ Doch damit wäre die Leistung unserer Junglöwen ungebührend geschmälert. Immerhin war es für diesen Jahrgang die erste Teilnahme an einer Meisterschaft überhaupt. Dass die Vorbereitung darauf nicht optimal lief, geht mit einem Teil der Mannschaft nach Hause. Mit chillen allein lässt sich halt kein Blumentopf gewinnen. Daher der Dank von Trainerseite an die Spieler, die an nahezu jedem Training teilgenommen haben! Die verletzungs- und schulexkursionsbedingten Ausfälle haben die Mannschaft natürlich zusätzlich geschwächt – c’est la vie! Immerhin sind wir das einzige Team, das im Finalturnier gegen die dominierende RGH punkten konnte (und das gleich doppelt!).

Jetzt gilt es sich konzentriert auf die deutsche 7er-Meisterschaft der Jugend im Rahmen der Hannover 7s vorzubereiten. Vielleicht reicht es dort ja mit etwas Glück wieder zum Finale in der AWD-Arena am Samstag.

Schau mer mal…

Für den TSV am Start waren: Marc Brons, Marco Dörzbacher, Thomas Genthner, Niklas Heiß, Felix Junker, Benedikt Kischka, Kevin Klein, Tolger Kumlu, Luis Marin, Calo Puccio, Paul Rettwitz, Julian Schelb, Patrick Schenk, Mathias Scherpe, Oliver Seelinger (c), Tadeo Simon, Vincent Spies, Marco Tominac, Wasilios Vlachopoulos, Lukas Wadlinger, Max Wilsch, sowie Simon Schäfer (verletzt) und Oliver Strang (Klassenfahrt).



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