An einem milden, wenn gleich auch bedeckten Sonntag begannen die Hendsemer ihr 2. und letztes Bundesliga-Heimspiel in dieser Saison gegen den HTV. Dieses fand auch, wie das 1. Spiel dieser Saison, auf dem Trainingsplatz der Löwen statt. Die Rugger aus der Südstadt brachten auch erfreulich viele Fans mit, was man von den anderen Heidelberger Rugbyvereinen ja nicht immer gewohnt ist. So zählte man mehr als doppelt so viele Zuschauer als beispielsweise am Vortag bei einem befreundeten Verein in der Nähe, welcher im Nordseecup antrat.
Marcus Bender legte zwei Versuche gegen den HTV

Die 500 Zuschauer im Lionspark genossen bei Zwiebelkuche und neiem Woi einen dynamischen Start beider Teams, bei dem der TSV die Nase vorne hatte. So stand es nach 13 Minuten 14:0 für die Hausherren: Ein Mal Stürmerversuch durch Rosenthal, ein Mal Strafversuch. Pipa erhöhte beide Versuche. Die Stürmer machten auch nach einem Strafkick des HTVs unvermindert weiter und nach einer Serie unnachahmlicher Stürmerpässe tauchte der glänzend aufgelegte Marcus Bender ins Malfeld ein. Pipa erhöhte souverän: 21:3.
Danach verschnauften die Gastgeber ein wenig und Alex Hug gönnte sich nach vermeintlich wiederholtem Abseitsspiel eine Pause. Der jugendlich-spritzige HTV kam besser ins Spiel und in Folge zu einigen Strafkicks, die aber nichts zählbares brachten.
Nach einer zerfahren Phase mit vielen Vorwürfen und unkonzentrierten Ballverlusten hüben wie drüben, nahm sich der junge Außen Butzlaff auf anraten eines lautstarken Zuschauers die Quetsch und das Herz in die Hand und lief 30 Meter an die 22 des HTV, wurde gestoppt, konnte den Ball jedoch über den hellwachen Spielmacher Ali Sürer zur rechten Eckfahne schicken. Dort verwandelte Oli Seeliger zum 26:3. Pipa, heute im Goldfuß-Modus, verwandelte von der Touchline.
Die Turner bekamen vor der Pause noch einen Straftritt: Halbzeitstand: 28:3.
Die zweite Hälfte begann wie die erste: 2 Versuche des TSV in kürzester Zeit. Einmal die Hendsemer Spezialität: Gasse-Paket-Versuch (M. Bender) und dann schaltete sich die Dreiviertelreihe ein und nach einer sehenswerten Passstafette wurde Alex Hug frei gespielt und lief unter den Stangen, vor dem „Haisel“ ins Mal. Pipa erhöhte blind: 42:6.
In der Zwischenzeit ruhte sich Hittel auf Seiten des HTVs aus, auch hier ein technisches Foul, erkannt vom sehr umsichtigen und aufmerksamen Referee Kranen.
Der TSV wollte den den Sack zumachen und gab weiter Gas. Die Folge: Versuch durch Ayachi, Erhöhung Pipa: 49:6. Weiter ging es mit Volldampf. Allerdings nicht immer mit der nötigen Umsicht, dadurch entstanden Handlingfehler. Diese konnte der HTV zu einem sehenswerten Konterangriff ausnutzen. Stefan Wadllinger, der seine Rugbyausbildung bis zu den Junioren beim TSV genossen hat, fand die Lücke und legte den Ehrenversuch. Das ließen die Löwen jedoch nicht auf sich sitzen und mit der letzten Konzentration und viel Übersicht von Daniel Lortz wanderte die Quetsch gefühlt ein Mal durch jede Hendsemer Hand, bis sie Ayachi unter den Stangen ablegen konnte. Pipa erhöhte, was auch sonst und Abpfiff: 56:13

Fazit: Die Zuschauer sind bei diesem flotten Spiel auf ihre Kosten gekommen, der HTV zeigte Talent und gab sich zu keiner Sekunde geschlagen. Beide Mannschaften hätten in der ein oder anderen Bundesliga-Staffel sicher einen der Topplätze verdient, aber nun wünschen wir den anderen Heidelberger Mannschaften viel Spaß und deren Gegnern viel Glück! Die besten Fans der Liga haben gleichgesinnte Heidelberger Rugbyfans gefunden – zumindest was den Umsatz am Tresen betrifft und man kann gespannt sein auf den DRV-Pokal.

Übrigens: Sportkamerad Pietro Contin hat eine Homepage angelegt, auf der Bilder der letzten Spiele der Löwen zu sehen sind.

Mannschaftsaufstellung:
F. Bayer, S. Wetzel (56. F. Sacksofsky), Bender (74. H. Wetzel) – Schmidt (53. El-Chami), Rosenthal (56. Hofmann) – Hug, Birk (53. Spieß), Hartmann – Bommes, Sürer – Seelinger, Lortz, Ayachi, Burtzlaff – Pipa

Punkte:
Versuche: Bender (2), Ayachi (2), Seelinger, Rosenthal, Hug, Strafversuch
Erhöhungen: Pipa (8)



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