In einer wahren Schlammschlacht behielten die Handschuhsheimer nur symbolisch ihre weiße Weste. Mit 43:03 wurde StuSta München bezwungen und die Löwen bleiben weiterhin auf Kurs.

In München stand der Platz unter Wasser

Den widrigen Umständen geschuldet ergab sich sicherlich nicht das schnellste, aber durchaus ein ansehnliches Spiel. Der Einsatz stimmte bei beiden Mannschaften und man merkte jedem Handschuhsheimer an, dass die deutlichen Ansprachen nach dem letzten Spiel ihre Wirkung nicht verfehlt hatten. Nach kurzem Abtasten brach der schnelle Sebastian Kößler den Bann: Nach schöner Vorarbeit erkannte er die Lücke in der gegnerischen Hintermannschaft und lief unter den Stangen zum Versuch ein. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch in einem kampfbetonten Spiel. Während der TSV um Ballbesitz und Spielkontrolle bemüht war, hielten die Münchner aufopfernd verteidigend dagegen und konnten nach der „Hinspielklatsche“ das Ergebnis diesmal zurecht in deutlich geringerem Rahmen halten. Durch gutes Kickspiel und Straftritte kamen sie ihrerseits manchmal zu Chancen in der Hälfte der Löwen, die aber strukturiert verteidigten und bis auf einen Straftritt keine Punkte zuließen. In regelmäßigen Abständen fanden die Mannen aus Handschuhsheim dann doch den Weg ins gegnerische Mal. Die Überlegenheit an Standards und der unbedingte Siegeswille waren nicht dauerhaft zu unterbinden.

Wohlwollend wird Trainer Uwe Jansen zur Kenntnis genommen haben, dass dieses Mal selbst nach missglückten Aktionen nicht gemeckert, sondern gegenseitig motiviert wurde, sodass man trotz des knapperen Ergebnisses von einer gelungenen Auswärtsfahrt sprechen kann. In Halbzeit zwei zeigten auch die Handschuhsheimer um Mathias Pipa sehr ordentliches Kickspiel, welches bei dem matschigen Boden die deutlich leichtere Alternative für Raumgewinn darstellte. Durch konsequentes Nachsetzen wurde StuSta zeitweise in der eigenen Hälfte festgesetzt und das Spielsystem klappte immer besser. Hatte der TSV Gasseneinwurf, brannte es lichterloh bei den Münchnern, wie so oft kamen auch diesmal die meisten Punkte durch geschobene Bälle in der Folge zustande. Doch selbst bei Gegnergassen ergaben sich unverhofft viele Angriffsmöglichkeiten. Vincent Spieß, der nun wirklich kein etatmäßiger Gassefänger ist, schaffte es ein ums andere Mal, an den Ball zu kommen und startete direkt zum Konter. Diese Tatsache und das hinzukommende starke offene Spiel sicherten ihm die „Man of the Match“ Auszeichnung an diesem Samstag.

Nach dem Spiel konnten die Löwen sich bei Currywurst mit Pommes und dem ein oder anderen Guinness stärken, bevor die Heimfahrt angetreten wurde, auf der Ersatz-TLS Ferdinand Sacksofsky seine Taufe mit Bravour bestand. Danke an dieser Stelle für den Einsatz. Sowohl Trainer, Manager als auch Spieler haben die passende Antwort gegeben. Den TSV zeichnet nach wie vor das Teamgefühl aus und das Stimmungstief scheint endgültig überwunden. Danke auch an StuSta München für die Bewirtung und den harten Kampf. Das sind die Spiele, die Spaß und das Rugby so einzigartig machen!

Weitere Bilder von der „Schlammschlacht“ in München finden Sie in der Fotogalerie von Jan Perlich auf totalrugby.de.

Mannschaft TSV:
F. Bayer (48. H. Wetzel), C. Sacksofsky (76. S. Wetzel), Bender – Schmitt, Rosenthal – Spieß, S. Wetzel, Stockert – Bommes (41. Huber), Pipa – M. Bayer, Lortz, Ayachi, Kößler (48. Krüger), Sürer

Punkte TSV:
Versuche: Kößler (2), S. Wetzel (2), Stockert, Spieß, Bender
Erhöhungen: Pipa (4)

gelbe Karte: Lortz (53.)



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