Ohne Siegchance war der TSV im Heimspiel gegen den TV Pforzheim. Am Ende hieß es 0:43 aus Sicht der Gastgeber.

Ein schmeichelhafteres Ergebnis wäre dabei durchaus möglich gewesen, doch die Löwen spielten von Anfang bis Ende auf risikoreiche Offensive und wollten Versuche legen. So wurden mehrere Strafkicks in aussichtsreicher Position nicht zu den Stangen gesetzt, sondern in die Gasse getreten. Mit der immer noch langen Verletztenliste konnte man die Strategie des Trainergespanns um Alex Pipa auch durchaus nachvollziehen: Wenn irgendwie möglich, sollten vier gelegte Versuche für Tabellenpunkte her. Dass dies auch nach hinten losgehen kann, sieht man an der Null auf der TSV-Punkteseite.

Die Gäste aus dem Schwarzwald legten stark los und hatten viel Ballbesitz, blieben jedoch lange Zeit an der kämpferischen Defensive des TSV hängen. Bis auf einen erhöhten Versuch passierte erstmal nicht viel und das Spiel wog hin und her. Eine der Chancen auf Seiten der Gastgeber wurde durch einen Vorwurf im berühmten letzten Pass zunichte gemacht. Der TVP hingegen machte es besser und kam bis zur Halbzeit zu zwei weiteren Versuchen, die den Halbzeitstand von 0:12 bedeuteten. Beide Male spielten die Pforzheimer eine Überzahl auf Außen sauber aus und kamen so bis ins Malfeld.

Die zweite Hälfte begann nicht schlecht für den TSV, dem man anmerkte, dass sich hier niemand aufgegeben hatte. Einige druckvolle Phasen brachten die Löwen bis kurz vors Gegnermalfeld, hier jedoch geschah der folgenschwere Turnover, den die Gäste eiskalt in einen weiteren Versuch umwandelten. Als kurz darauf Jens Schmidt mit gelber Karte für zehn Minuten vom Feld musste, hätte man vielleicht mit einer schlimmen Abreibung rechnen können. Der Rest des TSV-Teams kämpfte jedoch umso verbissener weiter und hielt, was zu halten war. Darüber hinaus glich der Pforzheimer Manasah Sita die Handschuhsheimer Unterzahl fünf Minuten später ebenfalls mit einer gelben Karte aus. Es folgte ein offener Schlagabtausch, in dem die Löwen mit ein wenig Glück auch den ein oder anderen Versuch hätten legen können, der TVP jedoch zeigte sich kompromisslos stark in der Verteidigung und kam zu weiteren Versuchen, meist über die schnelle Hintermannschaft. In der 70. Minute jubelten die Heimfans schon, als Gregor Hartmann im Malfeld lag, die gute Schiedsrichterin Teagarden hatte jedoch richtig erkannt, dass ein kleines Stück zu den Ehrenpunkten gefehlt hatte. Kurz vor Ende geschah mit einer Prügelei leider noch eine unschöne Szene. Aus dem sich rangelnden Haufen wurden Mustafa Güngör wegen Faustschlags und Mathias Pipa wegen Revanchefouls herausgepickt und mit glatt roter Karte des Feldes verwiesen. Um weitere Eskalationen zu vermeiden, war kurz darauf Schluss.

Der TV Pforzheim gewann verdient im Lionspark und verbleibt wohl als einzig annähernd ebenbürtiger Konkurrent im Meisterschaftsrennen mit Platzhirsch HRK. Genau diesen haben die Löwen nächste Woche zu Gast. Bester Spieler beim TSV war heute Tonio Krüger, der schnell im Angriff wie auch beherzt in der Verteidigung heute eine tadellose Leistung zeigte. Insgesamt war es schade, dass der TSV nicht punkten konnte, zumindest ein Versuch wäre nicht unverdient gewesen. Nichtsdestotrotz will man nächste Woche gegen den Meister wieder befreit von Druck voll auf Angriff spielen.

Die zweite Mannschaft schlug im Anschluss den RC Mainz mit 29:21. Ein ausführlicher Spielbericht folgt.

Mannschaft TSV:
H. Wetzel (’66 Klein), S. Wetzel, Bender – Schmidt, Stockert – Spies, Hartmann, Hübschmann (’60 Eiermann) – Krüger, Sürer – Huber, Ayachi (’65 Seelinger), Stevens, Lortz (’80 Adolf), Pipa

Strafen TSV:
Gelbe Karte: Schmidt (’48)
Rote Karte: Pipa (’76)



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