Im dritten Anlauf platzte der Knoten. Nach zuletzt zwei Heimniederlagen zeigte der TSV II eine starke Leistung und gewann auch in dieser Höhe verdient mit 52:3 (33:3) gegen den RC Stuttgart. Bei wunderbarem Wetter sahen die etwa 75 Zuschauer phasenweise schönes Angriffsrugby und konnten acht Versuche bejubeln.

So zerfahren, wie die letzten Spiele begonnen hatten, so konzentriert gingen die Hausherren dieses Mal zu Werke. Man merkte der Mannschaft an, dass sie sich vorgenommen hatte, das System umzusetzen und hellwach in die Partie zu starten. Dies gelang vorzüglich, nach fünf Minuten war es Max Reinhardt, der eine schöne Passstafette mit seinem ersten Versuch im TSV-Herrenbereich krönen konnte. Auch in der Folgezeit ließen die Löwen ihre Gegner kaum zur Entfaltung kommen und hielten ihre Linie mit aggressiver Verteidigung sauber. Dafür durchbrachen Alex Pipa und Patrick Eiermann den Stuttgarter Abwehrverbund und legten zum Versuch ab. Oli Seelinger zeigte sich treffsicher und steuerte jeweils die erfolgreiche Erhöhung bei, sodass schon nach 15 Minuten ein beruhigendes 21:0 zu Buche stand.
In der 20. Minute musste Max Reinhardt verletzt den Platz verlassen und verhalf so dem von der RGH gekommenen Neuzugang Steffen Horn zum Debüt im Löwentrikot. Keine zehn Zeigerumdrehungen später bewies dieser bereits seinen Wert und tankte sich über die Stuttgarter Mallinie. Danach verlor der TSV etwas den Faden und bekam unnötig viele Straftritte wegen Abseits und anderen technischen Fehlern vom konsequenten Schiedsrichter Jörg Becker gegen sich gepfiffen. Der SRC hatte so das ein ums andere Mal Gelegenheit zu punkten, biss sich aber wiederum an der Löwenabwehr die Zähne aus. Nach einer gelben Karte gegen Kapitän Laule brachten sich die Gäste dann per Strafkick doch auf die Anzeigetafel. Die passende Reaktion ließ jedoch nicht lange auf sich warten. In der Nachspielzeit zeigte „Knipser“ Alex Pipa nochmal sein Können und lief unter den Stangen ein.

Traumeinstand mit zwei Versuchen und einer Vorlage: Steffen Horn

Mit frischen Kräften unter anderem der in der Halbzeit eingewechselten Jonas Gutfleisch, Ben Hopkins und Ruben May überstand der TSV auch die restliche Zeit in Unterzahl schadlos. Als der Kapitän wieder an Bord war, revanchierte er sich direkt mit dem nächsten Versuch, spätestens jetzt war das Spiel vorentschieden. Die Stuttgarter kämpften bis zum Schluss, weitere Punkte wurden ihnen jedoch verwehrt. Sebastian Burger und nochmals Steffen Horn schraubten das Ergebnis in die Höhe, während der eingewechselte Marco Dörzbacher zweimal von Außen den Zusatzkick traf.
Trotz des deutlichen Endstandes hatte Trainer Christoph Heising einige Fehler zu bemängeln. So wurde zum Beispiel das vorgegebene System nicht durchgängig eingehalten, was angesichts des Punktestandes zwar diesmal nicht bestraft wurde, aber gegen andere Gegner wieder zu Problemem führen kann. Dennoch konnte man von einem guten Auftritt der Mannschaft sprechen, die genau dann schöne Spielzüge zustande brachte, wenn die Vorgaben umgesetzt wurden. Ebenso erfreulich war, dass die zahlreichen Nachwuchsspieler allesamt starke Leistungen zeigten. Henrik Leimert lenkte das Spiel auf der Zehnerposition mit Umsicht und einer seines Alters spottenden Routine, Marcel Danzer sicherte sich mit aufopferungsvoller Arbeit in Angriff wie Verteidigung gar den „Man of the Match“ Pokal. Die anderen standen dem kaum nach, sodass einem um die Zukunft kaum bange werden muss. Die Löwen scheinen in der Liga angekommen und wollen den Erfolg nächste Woche in München bestätigen.
So spielten die Löwen (1-15):
Aschauer (48. Martel), Danzer, Held (54. Gresham) – Laule (Kapitän), Ruhland (41. Hopkins) – Camus, Reinhardt (20. Horn), Eiermann – Seelinger, Leimert – Burger, Pipa A. (41. May), Bayer M., Stockert H. (50. Dörzbacher), Lorenz (41. Gutfleisch).
Versuche: Pipa A. (2), Horn (2), Eiermann, Burger, Laule, Reinhardt
Erhöhungen: Seelinger (4), Dörzbacher (2)
Gelbe Karte: Laule (39.)



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