Mit viel Rückenwind und Selbstvertrauen waren die Löwen aus dem Frankfurtspiel (29:10) gekommen und so sollte es weiter gehen. Im Vorfeld war gegen den RK Heusenstamm eine eng umkämpfte und bis zuletzt offene Partie prognostiziert worden. Was der TSV aber dann (speziell in der zweiten Hälfte) für ein Feuerwerk gegen die Füchse abbrannte, damit hätten wohl die wenigsten gerechnet. Am Ende stand ein verdienter 33:6-Sieg zu Buche und in der gezeigten Form ist es fast ein wenig schade, dass jetzt die lange Winterpause ansteht.

Beiden Teams merkte man eine gewisse Anfangsnervosität an, ging es doch für die Tabellennachbarn darum, sich eine möglichst komfortable Ausgangssituation für die Rückrunde zu verschaffen und eine drohende Relegation zu vermeiden. So verhinderten einige Handlingfehler frühe Punkte auf beiden Seiten. Die ersten gelangen dann den Gästen per Strafkick. Dem TSV gelang es, diese ebenfalls vom Setzhütchen durch Mathias Pipa auszugleichen. Auch als RKH-Spielmacher Pascal Schuster seine Farben ein zweites Mal in Front brachte, war Pipa kurz darauf zur Stelle. Den Löwen gelang es nun mehr und mehr, die eigenen Stärken auszuspielen und Kontrolle über das Match zu erlangen. Punkte wollten aber keine mehr fallen, so wurden die Seiten beim Stande von 6:6 gewechselt.

Während die Füchse sich nach der Pause die Zähne an der undurchdringlichen Verteidigung ausbissen, zeigte der TSV, dass der Löwe nicht nur in der Tierwelt, sondern auch am Neckar herrscht. Den ersten Versuch legte der stark aufspielende Henrik Leimert, der selbst die kleinste Lücke fand und mit freundlicher Unterstützung der nachrennenden Stürmer die letzten Meter ins Malfeld überwand. Doch statt aufkommender Zufriedenheit zu erliegen, legte der TSV nach und fand nach mehreren schön gespielten Phasen den freistehenden Konny Badelt, der die Führung auf 18:6 (nach Erhöhung durch Oli Seelinger) ausbaute. Der RKH wurde zunehmend nervöser, da ihnen kein Mittel einfallen wollte, die TSV-Abwehr zu knacken. Der Frust entlud sich nach einem harten, aber fairen Tackle von Badelt an einem Fuchs ins Seitenaus. Die folgende, kurze Rangelei war allerdings von beiden Seiten unnötig und zwang Schiedsrichter Florian Forstmeyer, mit jeweils einer gelben Karte die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Kurze Zeit später vergab der TSV eine vielversprechende Chance und Alex Hug unterband den Konter der Füchse mit einem etwas zu hoch angesetzten Tackle. Trotz keiner bösen Absicht sanktionierte der souveräne Forstmeyer erneut mit Gelb und nun hatte der RKH Platz, um seine flinke Hintermannschaft einzusetzen. Die Löwen zeigten aber ihr berühmtes Kämpferherz und ließen auch mit 13 Mann keinen einzigen Gegenpunkt zu. Dieser Umstand war es wohl auch, der den Willen der Füchse brach, denn der ein oder andere Kopf zeigte bereits ab und an nach unten. Der TSV feuerte bis zuletzt aus allen Rohren und nach dem Absitzen der Zehn-Minuten-Strafe zeigte Hug dann nochmal sein ganzes Können: Er legte den dritten und in der letzten Aktion des Spiels auch den viel umjubelten vierten Versuch für seine Handschuhsheimer und machte den Museumsplatz zum Tollhaus.

Auch der deutliche 33:6-Sieg geht vollkommen in Ordnung, denn der TSV legte nicht nur vier Versuche, sondern griff während des ganzen Spiels mutig an und hatte Chancen auf weitere Punkte. Der RKH versuchte vieles, musste aber die Überlegenheit der Löwen diesmal klar anerkennen. Dass die Mannschaft von Trainer Jens Steinweg zu starken Leistungen in der Lage ist, wird sie in der Rückrunde sicherlich zeigen und wir freuen uns auf ein spannendes Rückspiel am Martinsee. Für den weiteren Saisonverlauf viel Erfolg nach Heusenstamm! Dem Kader, dem Trainer- und Betreuerstab und natürlich vor allem den Fans der Löwen ein riesiges Dankeschön für die Hinrunde. Licht und Schatten waren dabei, aber auf die zuletzt gezeigten Leistungen kann man zurecht stolz sein. Diese Form gilt es, in der Winterpause nicht nur zu konservieren, sondern nach Möglichkeit noch zu verbessern. Gut gebrüllt die Löwen!

TSV Handschuhsheim vs. RK Heusenstamm 33:6 (6:6), TSV: Pipa (49. Sürer, 79. Huber) – Seelinger, Badelt, Ayachi, Leimert – Lorenz, M. Bayer (63. Dörzbacher) – F. Bayer, Hartmann, Spies (48. Hug) – El-Chami, Rosenthal (63. Horn) – Sacksofsky (50. Martel), Wetzel, Bender (77. Schüle).

Schiedsrichter: Forstmeyer (Heidelberg); Zuschauer: 350; Punkte: 0:3 (15.) Strafkick Schuster; 3:3 (27.) S Pipa; 6:3 (33.) S Schuster; 6:6 (35.) S Pipa; 11:6 (49.) Versuch Leimert; 18:6 (61.) V Badelt + Erhöhung Seelinger; 21:6 (70.) S Seelinger; 26:6 (79.) V Hug; 33:6 (80.+2) V Hug + E Dörzbacher.

Zeitstrafen: Hartmann (67.), Hug (69.) / Appelt (67.), Sayson (76.).



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