Werner Ohlheiser war zu Beginn seines Sportlerlebens aktives Mitglied in einer sehr erfolgreichen Feldhandballmannschaft des TSV Handschuhsheim. Bei der Gründung der Rugbyabteilung im Juli 1949 in der Gaststätte zum Ritter wechselte nahezu die gesamte Handballschaft und viele Handschuhsheimer, die in anderen  Heidelberger Rugbyvereinen spielten, in die neue Abteilung über. Darunter auch Werner Ohlheiser. Die neu zusammengestellte Mannschaft brauchte nicht lange, um anderen Spitzenmannschaften in Heidelberg und darüber hinaus Paroli zu bieten. Entwicklungshilfe leistete hierbei übrigens der SCN-Trainer Fritz Ehalt.

Bei der Platzeinweihung des TSV-Rugby-Platzes am Neckarfeld im September 1956 war Werner Ohlheiser bereits Kapitän seiner Mannschaft gegen Viktoria Hannover. Hier wurde schon deutlich, dass Werner Ohlheiser ein überragender Verbinder war, der mit seiner eleganten Spielweise die Herzen der Zuschauer eroberte. Ein weiterer Höhepunkt in seiner Karriere war, neben der vierfachen Berufung
in die Deutsche Nationalmannschaft, der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1957.
Weit über 1000 Zuschauer sahen das Endspiel auf dem Hans-Hassemer-Platz mit dem knappen Sieg über Elite Hannover. Den entscheidenden Versuch legte zwar nicht er, sondern „Ebi“ Megerle, Werner war aber Spielführer und einer der Garanten des Sieges.

Für viele Jugendliche und für seine Kameraden war Werner Ohlheiser ein Idol, es lag ihm viel daran, sein umfassendes Wissen weiterzugeben. Er war ein Vorbild auch deswegen, weil er als ein Athlet erster Güte seinen Lebenswandel darauf ausrichtete. Das erlaubte ihm noch im fortgeschrittenen Sportler-Alter zum Teil auch in der Seniorenmannschaft zu zeigen, wie schön und ästhetisch das Rugbyspiel sein kann.

Werner Ohlheiser bleibt uns in Erinnerung als ein Ausnahme-Spieler und auch als Ausnahme-Persönlichkeit, dem der Rugbysport, insbesondere der TSV Handschuhsheim, viel zu verdanken hat.

Für die Rugbyabteilung,
Günther Friedel



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