Es hat nicht sollen sein. Trotz einer klasse Leistung und kämpferisch wie immer tadellosen Einstellung verlor der TSV das DRV-Pokalfinale denkbar knapp mit 14:16 gegen den alten Rivalen aus Neuenheim. Vor Rekordkulisse von über 2000 Zuschauern, die den Löwen verdienten Applaus spendeten, wird es dauern, die bittere Niederlage zu verdauen.

Mit einem Paukenschlag eröffneten die Gäste die Partie, als Marten Strauch vom Anpfiff weg fast den direkten Versuch gelegt hätte. Dann waren die Löwen wach und konnten ihrerseits einige Chancen herausspielen. Doch auch die SCN-Defensive hielt. SCN-Verbinder Winston Cameron-Dow verbuchte die ersten Punkte durch einen Strafkick in der 18. Minute. Diesen konterte Oliver Seelinger sieben Minuten später. Auch als Neuenheim erneut in Führung ging, war Seelinger mit dem Fuß zur Stelle und glich für die Löwen aus. Aufgrund einiger Unkonzentriertheiten und Vorwürfe gelang keiner Seite mehr Zählbares bis zur Pause.

Nach der Halbzeit erkämpften sich die Löwen ein Übergewicht, die eingewechselten Marcus Bender und Alex Hug trieben ihre Mannschaft gekonnt an. Nach vielen abgewehrten Phasen gelang schließlich der Versuch an der Eckfahne, die Erhöhung ging jedoch fehl. Der TSV schien jetzt am Drücker, wurde aber für jede noch so kleine Nachlässigkeit bestraft. So konnte Sam Harris fast postwendend nach einem Step die TSV-Verteidigung durchbrechen und unter den Stangen ablegen – 11:13 aus Sicht der Löwen. Diese zeigten nun ihr Kämpferherz und drückten auf eigene Punkte. Wenige Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit gelang es, der SCN wusste sich nur noch durch irreguläres Spiel zu helfen und Seelinger kickte den TSV mit 14:13 in Front. Doch leider folgte nach großem SCN-Druck nach dem Ankick ein missglückter Befreiungskick, Neuenheim nutzte die Gunst der Stunde und versuchte seinerseits, ein Paket über die Linie zu schieben. Der TSV schaffte es, dies zu unterbinden, wurde aber leider ebenfalls von Schiedsrichter Dan Maughan wegen Abseits zurück gepfiffen – Cameron-Dow war das herzlich egal und er kickte den tödlichen Strafkick zum 14:16 über die Stangen. Angepeitscht von den tollen Fans warfen die Löwen noch einmal alles nach vorne und schafften es, einen letzten Strafkick zu erkämpfen – doch der Rugbygott war diesmal kein Handschuhsheimer und so segelte der Kick hauchzart neben den Stangen vorbei. Als kurz darauf der Schlusspfiff ertönte, waren Enttäuschung und Entsetzen greifbar, lag der TSV doch auf nahezu jeder Statistik wie Ballbesitz, gewonnene Gassen und Gedränge vorne – aber aufgrund der besseren Chancenverwertung der SCN eben bei den entscheidenden Punkten.

Ein großes Dankeschön geht, um es diesmal kurz zu machen, an den gesamten Verein und alle Fans und Anwesenden, ohne Zweifel darf man stolz sagen, dass kaum sonst jemand ein derartiges Event in solch kurzer Zeit auf die Beine gestellt hätte. Die Mannschaft kämpfte bis zum Umfallen, was Cheftrainer Peter Ianusevici auch betonen wollte: „Natürlich sind wir enttäuscht, aber mehr, als was wir hier heute gezeigt haben, kann man nicht erwarten.“ Glückwunsch an den SCN für einen Rugbykrimi, den es wohl nur in dieser Konstellation geben kann, euer Sieg tut uns weh, aber auch ihr habt ihn verdient. Wir freuen uns auf die neue Saison und die nächste Chance…

So spielten die Löwen:
15 Lorenz, 14 Sürer, 13 Badelt, 12 Ayachi, 11 Seelinger, 10 Leimert, 9 Cooke, 8 Hartmann (Kapitän), 7 Spies, 6 Reinhard (41. Hug), 5 El-Chami, 4 Rosenthal (60. Bayer), 3 Sacksofsky (41. Bender), 2 Wetzel, 1 Martel (71. Schüle).

Versuch: Hartmann
Strafkicks: Seelinger (3)



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