Das war so klar nicht zu erwarten: Mit einer ganz starken Leistung besiegte der TSV den Berliner Rugbyclub mit 50:3 auch in dieser Höhe verdient. Die Westberliner waren den Löwen trotz aufopferungsvollen Kampfes nur zehn Minuten ebenbürtig und mussten die Überlegenheit der Handschuhsheimer danach klar anerkennen.

Nach kurzem Abtasten erlangte der TSV mehr und mehr die Kontrolle über die Partie, Sven Wetzel legte den ersten Versuch in der 13. Minute. Fünf Zeigerumdrehungen später durchbrach Yassin Ayachi die Vorteilslinie und legte gekonnt auf Konny Badelt ab. Dieser wurde erst kurz vorm Berliner Malfeld zu Fall gebracht, zauberte aber einen traumhaften Offloadpass auf den mitgelaufenen Ali Sürer aus der Tasche, der nur noch ablegen musste. Auch eine gelbe Karte hielt den TSV nun nicht mehr auf, der stark aufgelegte Ayachi punktete in Unterzahl eiskalt mit einem schönen Solo und brachte seine Löwen endgültig auf die Siegerstraße. Dass den Berlinern trotz einer Druckphase bisher keine Punkte gelangen, lag neben einer gut strukturierten TSV-Verteidigung vor allem an Vincent Spieß, der nimmermüde Flanker war an nahezu jedem offenen Gedränge präsent und bescherte seinem Team nicht nur eine Vielzahl an Straftritten, sondern womöglich dem ein oder anderen Berliner Stürmer auch Albträume. Nach der Rückkehr von El-Chami nach den zehn Strafminuten zeigten die Löwen, dass sie auch ihre Paradedisziplin, das Gassenpaket, nicht verlernt hatten und schoben den BRC über die Linie zum vierten Versuch (Gregor Hartmann). Mit dem Pausenpfiff holten sich die Gäste per Strafkick die ersten Punkte.

Die zweite Halbzeit begann – ähnlich der ersten – mit einem Sturmversuch des TSV, diesmal war Felix Martel erfolgreich. Nach einer Rangelei schickte der souveräne Schiedsrichter Stuart Boylan den Berliner Chuillier und den bis dahin bärenstarken Wetzel zum Abkühlen zehn Minuten vom Feld. Beim TSV machte sich nun die Kadertiefe bemerkbar, alle frischen Kräfte brachten sich exzellent ins Spiel ein und ermöglichten dem TSV, den Druck hoch zu halten. Doch am hungrigsten zeigte sich El-Chami: Der libanesische Nationalspieler legte ganze drei Mal im Berliner Malfeld ab und machte seinen lupenreinen Hattrick kurz vor Spielende perfekt. Vor allem der letzte Versuch, als er das Sprintduell gegen sämtliche eigenen und gegnerischen Spieler inklusive der Hintermannschaft gewann, ließ die Zuschauer verwundert die Augen reiben.

Mit der gezeigten Leistung ging der Sieg vollkommen in Ordnung. Die Berliner versuchten alles und griffen auch in den letzten Minuten noch aus jeder Lage an, waren den Löwen aber diesmal einfach nicht gewachsen. TSV-Chefcoach Peter Ianusevici zeigte sich hocherfreut und sprach der Mannschaft seinen Dank für die „entfesselte Leistung“ aus. Nächsten Sonntag geht es im Halbfinale für die Löwen nach Frankfurt zum SC 1880.

So spielten die Löwen (15-1):
Pipa (41. Schmitt), Adolf (67. Dörzbacher), Badelt, Ayachi, Sürer, Leimert, Seelinger, Hartmann (51. Klein), Spieß (64. Camus), Reinhard (41. Hug), El-Chami, Rosenthal, Sacksofsky (52. Bender), Wetzel, Martel (52. Schüle).

Versuche: Wetzel, Sürer, Ayachi, Hartmann, Martel, El-Chami (3).

Erhöhungen: Seelinger (5).



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