Im Vorfeld der neuen Bundesligasaison 2016 / 2017 traf sich die Redaktion des TSV Handschuhsheim mit dem König der Löwen Peter Ianusevici um seine Sicht der Dinge über die vergangene – Teil I des Interviews – als auch die kommende Saison – Teil II des Interviews – zu erfahren.

Hier folgt nun Teil II.

Redaktion: Die 1. XV des TSV hat leider einige schmerzliche Abgänge zu verzeichnen. Wie können diese Abgänge kompensiert werden? Wie können wir in Zukunft Spieler bei uns behalten, auch wenn sie z.B. Angebote vom Halbprofiteam aus Pforzheim bekommen? Wie schätzt du allgemein die verschiedenen Vereinskonzepte und –strukturen ein?

Peter I.: Die große Mehrheit unserer Spieler sind Studenten die manchmal die Uni wechseln oder für ein bis zwei Jahre zum Austausch ins Ausland gehen. Damit sind diese Fluktuationen normal. Ich bin überzeugt, dass wir schon in den ersten Spielen zeigen werden, dass wir diese Abgänge kompensieren können und damit neue Spieler in den Vordergrund bringen, die nur auf diese Chance gewartet haben.

Natürlich brauchen wir eine kurze Zeit der Eingewöhnung, aber ich erwarte dass wir bald auf dem Niveau des Pokal-Finales zurück sein werden.

Ich wusste eine Zeit lang nicht, was die Aussage von Herrn Poff (Anmerkung der Reaktion: Manager des TV Pforzheim) bedeutet, in Zukunft junge deutsche Spieler zu entwickeln und dachte, dass sich der Verein sich endlich von der Politik der zusammengekauften ausländischen Spieler abwendet und stattdessen, wie z.B. RK Heusenstamm, RK03 Berlin, Hannover ’78, Germania List, ASV Köln oder TSV Handschuhsheim, mit den vorhandenen finanziellen Mitteln die Entwicklung der eigenen jungen Spieler forciert.

Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass die neue Transferpolitik des TVP eher auf das Abwerben von – für Deutschland spielberechtigten – Spielern von anderen Vereinen abzielt. Dies ist mit der Rolle als einer der DRV-Vizepräsidenten für Herrn Poff nicht zu vereinbaren. Eine seiner Hauptaufgaben als DRV-Vizepräsident sollte die Stärkung und Unterstützung der Vereine sein und nicht deren Schwächung durch aktive Abwerbung.

Redaktion: Auch die Junglöwen sind mitten im Umbruch. Im dritten Jahr gibt es nun mit Daniel Bung und Patrick Eiermann das dritte Trainergespann. Kann die Mannschaft trotz dieses Wechsels wieder um den Ligapokal spielen? Und wenn ja, worauf wird es ankommen?

Peter I.: Die Junglöwen scheinen nur deshalb im Umbruch zu sein, weil immer wieder einige diese Spieler in der 1. XV Einsätze bekommen. Die meisten trainieren genauso regelmäßig wie jene aus der 1. Mannschaft. Mit den Trainern ist das leider anders, nach dem Abgang von Johannes Laule und Christoph Heising vor 2 Jahren und Bernd Schöpfel in der vorigen Saison habe ich gewusst, dass Trainer dieser Qualität nur schwer gefunden werden können und praktisch kaum zu ersetzen sind. Mit Daniel Bung und Patrick Eiermann sind aber zwei junge Trainer eingestiegen die das Spiel sehr gut kennen und vermitteln können. Zwei Trainer von denen ich fest überzeugt bin, dass sie in kürzester Zeit diese Mannschaft wieder hoch bringen werden. Die Spieler sind ja fast alle immer noch da, mit dem gleichen Enthusiasmus, warum sollten sie nicht die gleichen Ziele erreichen können?

Redaktion:Was siehst du als die größten Herausforderungen der Zukunft für die 1. XV sowie der Junglöwen?

Peter I.: Wir sind zurzeit mit beiden Mannschaften gut aufgestellt, wahrscheinlich über viele Jahre hinweg. Die sehr hohe Trainingsbeteiligung mit nahezu 50 Spieler pro Training erzeugt einen sehr großen Konkurrenzkampf auf jeder Position, was die Entwicklung der Spieler nur beschleunigt. Hinzu kommt ein mittlerweile perfekt eingespieltes Trainerteam.

Der im letzten Jahr eingeweihte neuen Kunstrasenplatz ermöglicht das ganze Jahr Training unter perfekten Bedingungen. Hinzu kommt ab September ein auf Profiniveau ausgestatteter Kraftraum. Die Kombination aus allen vorangegangen Punkten ermöglicht es uns die Löwen schneller an ihre Leistungsgrenzen und darüber hinaus zu bringen.

Die Herausforderung? So schnell wie möglich mit den Halbprofi- oder Profiteams oder wie man sie auch immer nennt auf Augenhöhe zu spielen.

Redaktion: Was sind die Ziele der 1. XV bzw. der Junglöwen?

Peter I.: Mit der 1. XV haben wir vereinbart so schnell wie möglich an das Spielniveau des Endspiels anzuknüpfen. Wenn uns das schon in den ersten Spielen der Hinrunde möglich ist, werden wir in der Rückrunde ganz oben mitspielen. Ich freue mich, dass wir uns nicht auf ein starres Ziel fixiert haben. Ich möchte, dass sich unsere Spieler weiterhin frei und unbeschwert entwickeln können. Dazu gehört auch viel experimentieren während dem Spiel und Training, lernen Risiken nicht zu scheuen, Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen. Das alles zusammmen bedeutet, ihnen die Spielfreude zu lassen und nicht immer und ewig an ihren Fehlern und Schwächen zu nörgeln.

Die Junglöwen haben sich natürlich zum Ziel gesetzt den Ligapokal ein drittes Mal in Folge zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass wir bis zur Rückrunde so weit sind, um in der Endphase den Unterschied in engen Partien zu unseren Gunsten zu gestalten. Zusätzlich habe ich als persönliches Ziel die Integration von jungen ehemaligen U18-Spielern, um sie vorsichtig und möglichst verletzungsfrei an die zweite Bundesliga heranzuführen.

Dies ist mit den letzten beiden Generationen perfekt gelungen und wird auch mit z.B. Christopher Korn, Stephan Schorb, Josef Schymanski oder Leo Kraft fortgesetzt.

Durch diese Integration gelingt es uns die gesamte Jugendabteilung weiterhin zu motivieren gute Spieler für den Herrenbereich zu „produzieren“, weil sie nicht aufhören mit unserem schönen Sport oder anderweitig verloren gehen.

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