Was wurde nicht alles vor diesem Spiel prognostiziert: „gleicher Leistungsbereich“, „gefährliche Hintermannschaft des RKH“, „10er-Rugby des TSV“ ein knapper Sieg wird vom TSV „erdrückt“, usw. Nun, dem geneigten Zuschauer bot sich ein anderes Spiel!
Es fanden circa 300 Zuschauer den Weg zum Museumsplatz, diese allerdings fast alle Anhänger der Heimmannschaft. Der Autor dieser Zeilen war als Aficionado des Rugby-Sports in der Union-Variante schon voller Vorfreude auf offene Gedränge, geschobene Pakete und eng gespieltes „10er-Rugby“ in einem spannenden, knappen Spiel. Doch was mussten meine Augen sehen: Der TSV hatte schon zu Beginn des Spiels das Heft in die Hand genommen, attackierte aus allen Lagen, sogar (!) mit der vermeintlich ersatzgeschwächten Hintermannschaft, zu der sich allerdings der Rekonvaleszent Seb Chaule gesellt hatte. Lockere Passangriffe, schnelle Sprints, die Quetsch lief vom Sturm in die Hintermannschaft und zurück und der HRK verteidigte mit Mann und Maus. Hätten die Löwen nicht die Order gehabt, Erfolg versprechende Strafkicks zu den Stangen zu setzen (was sie erfolgreich taten) hätte man vielleicht über den Umweg „Gasse“ noch den einen oder anderen Stürmerversuch erzielen können. So war das Halbzeitergebnis noch nicht entsprechend des relativ einseitigen Spielverlaufs eindeutig.
Die zweite Halbzeit begann mit einem Aufbäumen der hessischen Gäste, doch die eisenharte und konsequente Verteidigung der Löwen lies nichts zu. Angetrieben durch ihren exzellent aufgelegten Verbinder Sam Rainger rannten die Heusenstammer sich immer wieder in den Krallen der Löwen fest. Und nach 10 Minuten Sturm und Drang der Füchse nahm Handschuhsheim sich ein Herz und erlöste die um den Bonuspunkt zitternden Fans mit einem Hurra-Rugby welches man in dieser Art schon länger nicht mehr im Lionspark sehen durfte. Hierbei wurde zu meinem Leidwesen konsequent weit und dynamisch gespielt und besonders das klug aufspielende Verbindertrio Pipa (15), Menzel (10) und Bommes (9), das sich je nach Spielsituation clever umstellte und so das hendsemer Spiel variabel und gefährlich machte, sorgte dafür, dass jeder Mannschaftsteil mal ins Malfeld der Gäste eintauchen konnte. Der Sturm der Hausherren zeigte auch noch seine Stärke und schob im angeordneten Gedränge ein ums andere Mal die Gäste über den Platz: es war nun wirklich kein Spiel mehr im „gleichen Leistungsbereich“.
Mit jeder Spielminute wurden die nie aufgebenden Gäste mehr in ihre Hälfte gedrängt und hätten sie nicht einen Maggi Walger und andere erfahrene Füchse in ihren Reihen, wäre das Ergebnis vielleicht noch höher ausgefallen. Am Ende blieb ihnen aber außer einem Straftritt nichts Zählbares und somit auch kein Bonuspunkt. Die Löwen, die im Übrigen mit 20 eingesetzten Spielern doppelt so viele wie vorhergesagt spielen ließen, freuen sich über 5 Punkte, die bestehende reine Weste gegen den RKH und die Länderspielpause, um das Lazarett zu leeren.
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